Wie QE birgt auch QT das Risiko unbeabsichtigter Folgen
Die Fed versucht, die während der Pandemie in die Wirtschaft gepumpten Impulse wieder rückgängig zu machen. Bei der quantitativen Lockerung handelt es sich um ein unkonventionelles geldpolitisches Instrument mit unbeabsichtigten Auswirkungen. Das extreme Vorgehen der Fed könnte für die grassierende Inflation mitverantwortlich sein, da es in Verbindung mit einem massiven fiskalischen Impuls stattfand. Leider scheint die quantitative Straffung die andere Seite der gleichen Medaille zu sein. Wie sich das alles auswirkt, kann man nur vermuten.
Einige Experten sind der Meinung, dass eine aggressive Geldpolitik eine Rezession herbeiführen wird, während andere den Kampf gegen die Inflation für das Wichtigste halten und die Folgen verdammen. Die Wahrheit ist, dass die Fed mit einer beträchtlichen Vermögensbilanz von fast 9 Mrd. Dollar eine Mammutaufgabe zu bewältigen hat. Darüber hinaus hat die Fed eine große Menge an Liquidität in den Markt gepumpt, und es stellt sich die Frage, was passieren wird, wenn diese Liquidität aufgebraucht ist - der Markt könnte sich von seinem monatlichen "Fix" abhängig gemacht haben
Der Weg scheint mit einem Kompromiss verbunden zu sein. Wenn die Fed ihre Munition zur Inflationsbekämpfung abfeuert, wird das Wachstum wahrscheinlich beeinträchtigt. Auf der anderen Seite ist der Arbeitsmarkt robust, und die Fed scheint darauf zu setzen, dass dies eine einigermaßen weiche Landung ermöglicht. Diese Straffung ist ein Glücksspiel, aber die Fed hat kaum eine andere Wahl. Im Nachhinein betrachtet war die lockere, unkonventionelle Geldpolitik nicht mehr zeitgemäß. Die Pandemie war jedoch eine merkwürdige Zeit mit extremer Arbeitslosigkeit in einem kurzen Zeitraum. Die Fehlertoleranz war also immer hoch
Die Einstufung der Inflation als vorübergehend war umstritten, und der Markt war der festen Überzeugung, dass sie in Wirklichkeit bösartiger war als nur eine vorübergehende Erscheinung. Diese Fehleinschätzung ist vielleicht der Punkt, an dem die Fed ihren folgenschweren Fehler beging. Sie widerstand hartnäckig dem Drang, die Inflation als etwas Bedeutsameres zu betrachten, insbesondere angesichts der Änderung ihres Ziels von einem absoluten zu einem durchschnittlichen Wert und der realen Gefahr unbeabsichtigter Folgen der quantitativen Lockerung.
Angesichts dieser Komplexität hat der geopolitische Konflikt infolge des Einmarsches Russlands in die Ukraine am 24. Februar die ohnehin schon unsichere Lage noch erheblich verschärft. Darüber hinaus haben die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise die reale Gefahr einer Stagflation heraufbeschworen - ein Alptraum für jeden Politiker. Die Konsumentenrente nimmt rapide ab, und damit auch der allgemeine Wohlstand. QE war eine unkonventionelle Politik mit unbeabsichtigten Folgen, aber auch QT birgt Risiken. Diese Komplexität trägt zu einer massiven Unsicherheit bei, die sich möglicherweise noch in den Marktmultiplikatoren niederschlagen muss.
Russell Shor
Senior Market Specialist
Russell Shor is a Senior Market Strategist at FXCM, having been promoted to the role in 2025 in recognition of his depth of insight and consistent delivery of high-impact market analysis. He originally joined FXCM in October 2017 as a Senior Market Specialist.
Russell holds an Honours Degree in Economics from the University of South Africa, is a certified FMVA®, and a full member of the Society of Technical Analysts (UK). With over 20 years of experience in financial markets, his work is renowned for its clarity, precision, and strategic value across asset classes.
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