Zinserhöhung der Fed trägt zu Gegenwind bei

Einleitung

Die Fed begann ihren Zinserhöhungszyklus gestern mit einer Anhebung der Fed Funds Rate um 25 Basispunkte. Außerdem prognostizierte sie sechs weitere Zinserhöhungen für 2022. Der Dot Plot bestätigt die aggressiven Erwartungen von Zinserhöhungen:


Quelle:Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen - 16. März 2022

Die mittleren Prognosen bis 2024 lauten wie folgt:
- 2022 - 1.9%
- 2023/2024 - 2,9 % (Höchststand)
- Längerfristig - Mäßigung

Ein Argument ist, dass die Fed hinter der Kurve war und zur hohen Inflationsrate von 7,9 % beigetragen hat. In Anbetracht der geopolitischen Bedenken könnte eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte zu der derzeitigen Unsicherheit beigetragen haben, wobei sich die Fed auf 25 Basispunkte einigte. Wir stellen fest, dass der Präsident der Fed von St. Louis, James Bullard, eine abweichende Meinung vertrat und sich für eine Anhebung um 50 Basispunkte aussprach. In der Erklärung heißt es außerdem, dass der Ausschuss voraussichtlich auf einer der nächsten Sitzungen mit dem Abbau seiner Bestände an Staatsanleihen, Agency-Schuldtiteln und Agency-Hypothekenpapieren beginnen wird" (policy statement). Dieser Abbau von Liquidität könnte im Mai beginnen und wird als weiterer Beitrag zu einer strafferen Politik angesehen.

Geringeres BIP, aber höhere Inflationsprognose

Die Fed hat ihre BIP-Wachstumsprognose für 2022 seit der Veröffentlichung ihrer letzten Projektionen im Dezember deutlich gesenkt. Die Veränderung des realen BIP liegt in diesem Jahr bei 2,8 % anstelle der bisherigen 4 %. Die Prognosen für 2023 und 2024 bleiben unberührt

In der Erklärung des FOMC wird der menschliche und wirtschaftliche Tribut der russischen Invasion in der Ukraine anerkannt. Darin heißt es: "Der Einmarsch Russlands in die Ukraine verursacht enorme menschliche und wirtschaftliche Not. Die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft sind höchst ungewiss, aber auf kurze Sicht werden die Invasion und die damit verbundenen Ereignisse wahrscheinlich einen zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Inflation erzeugen und die Wirtschaftstätigkeit belasten" (policy statement)

Bezeichnenderweise wird die PCE-Kerninflation für 2022 auf 4,1 % nach oben korrigiert (die Dezemberprognose lag bei 2,7 %). Die Fed änderte auch die Zahlen für 2023 und 2024 auf 2,6% (2,3%) bzw. 2,3% (2,1%).

Die von den Anlegern geforderte Rendite ist im Fluss

Angesichts der den Finanzmärkten innewohnenden Zeitwertcharakteristik des Geldes sind die Zinserhöhung und die damit verbundene geopolitische Risikoprämie derzeit im Fluss. Aus diesem Grund ist die von den Anlegern geforderte Rendite (r) wahrscheinlich gestiegen. Angesichts des aggressiven Zinserhöhungsplans der Fed stehen die Chancen gut, dass sich r noch weiter erhöht. Diese Verstärkung dürfte den Gegenwind für den Barwert risikobehafteter Wertpapiere verstärken.

Die abflachende Renditekurve

Nachfolgend ist die 10-2-Renditekurve dargestellt. Die Anhebung um 25 Basispunkte hat sie näher an die Inversion gebracht. Die aktuelle Spanne dazwischen beträgt nur 22 Basispunkte. Am kurzen Ende der Kurve sind höhere Zinssätze absehbar, doch die längerfristigen Anleihen bereiten Sorgen. Die Marktteilnehmer ziehen ihr Kapital nicht in einem Tempo aus Anleihen ab, das die Kurve steiler werden lässt. Diese Untätigkeit deutet darauf hin, dass die oben genannten Renditen nur bei niedrigeren Risikomarktpreisen attraktiv sein könnten. Daher sind die Anleger damit zufrieden, ihre Long-Positionen in festverzinslichen Wertpapieren beizubehalten. Das heißt, die derzeitigen Erwartungen und längerfristigen Aussichten sind nicht optimistisch


Quelle: www.tradingview.com

Fazit

Die US-Notenbank hat sich in ihrer Mitteilung zurückhaltend geäußert, was bei der Anpassung der r wahrscheinlich Druck auf die aktuellen Werte ausüben wird. Dies könnte jedoch den Dollar stützen, vor allem, wenn bei künftigen Sitzungen noch mehr Falschheit und weitere Aufwärtskorrekturen zu erwarten sind

Russell Shor

Senior Market Specialist

Russell Shor is a Senior Market Strategist at FXCM, having been promoted to the role in 2025 in recognition of his depth of insight and consistent delivery of high-impact market analysis. He originally joined FXCM in October 2017 as a Senior Market Specialist.

Russell holds an Honours Degree in Economics from the University of South Africa, is a certified FMVA®, and a full member of the Society of Technical Analysts (UK). With over 20 years of experience in financial markets, his work is renowned for its clarity, precision, and strategic value across asset classes.

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