Gold zeigt diese Woche Unentschlossenheit
In dieser Woche zeigt der Goldmarkt Anzeichen von Unsicherheit (siehe Wochenchart unten). Die derzeitige Preisbewegung ist eine innere Periode (die Wochenkerze muss noch vollendet werden). Das bedeutet, dass der Wochenhöchst- und -tiefststand innerhalb der Spanne der letzten Woche liegt. Weder die Bullen noch die Bären haben den Kurs auf ein neues Hoch oder Tief gebracht, was auf Unentschlossenheit der Marktteilnehmer schließen lässt. Die Form der Kerze ist ein Spinning Top, eine Kerze des Zögerns. Unserer Meinung nach ist die Entwicklung des Goldpreises von einem Stagflationsszenario abhängig. Wenn die Energiepreise weiter steigen, wird dies zu Störungen auf der Angebotsseite der Wirtschaft führen. Diese Störung wiederum dürfte zu einer höheren Inflation (in einem bereits hochinflationären Umfeld) und einem geringeren Wachstum führen. Diese Symptome sind typisch für eine Stagflation. Diese Situation wird die politischen Entscheidungsträger vor ein Dilemma stellen. Eine expansive Finanz- oder Geldpolitik fördert zwar das Wachstum, wird aber die Inflation verschärfen. Eine kontraktive Politik hingegen wird das Wachstum weiter beeinträchtigen und gleichzeitig die hohen Preise abmildern. Wenn dieses Szenario eintritt, könnte Gold aufgrund seines Status als Zufluchtsort und Vermögensspeicher ansteigen. Der Stochastik wird sich dann in den Bereich 80+ bewegen (grünes Rechteck). Je länger er diese Position hält, desto höher dürfte der Goldpreis steigen, und ein Stagflationsszenario wird deutlich wahrscheinlicher.
Der sprunghafte Anstieg des Ölpreises ist eine direkte Folge des russischen Einmarsches in der Ukraine, der weiterhin die Finanzmärkte erschüttert. Es bleibt zu hoffen, dass der Konflikt deeskaliert und sich zu einer diplomatischen Lösung entwickelt. Wenn dies eher früher als später geschieht, werden die Energiepreise wahrscheinlich zurückgehen. In diesem Fall könnte die Goldnachfrage ins Wanken geraten, da sich die Märkte wieder auf die von der Nachfrage getragene Inflation und die Maßnahmen der Zentralbanken konzentrieren. Diese Normalisierung wird den USDOLLAR eher stützen. In Anbetracht dieser beiden Szenarien befinden sich die Marktteilnehmer an einem Scheideweg, was sich in der gegenwärtigen inneren Phase des Goldes widerspiegelt.
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Russell Shor
Senior Market Specialist
Russell Shor is a Senior Market Strategist at FXCM, having been promoted to the role in 2025 in recognition of his depth of insight and consistent delivery of high-impact market analysis. He originally joined FXCM in October 2017 as a Senior Market Specialist.
Russell holds an Honours Degree in Economics from the University of South Africa, is a certified FMVA®, and a full member of the Society of Technical Analysts (UK). With over 20 years of experience in financial markets, his work is renowned for its clarity, precision, and strategic value across asset classes.
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